Theater


titel 12

eine Koproduktion mit der studiobühneköln
im Rahmen von "Aufbruch vor der Barbarei"

Mit:
Jennifer Ewert, Rebecca Madita Hundt und Manuel Moser
Regie: Tim Mrosek
Dramaturgie: Gabriele Fischer und Martin Wiesenhöfer
Licht: Katja Winke
Bühne und Technik: Jasper Diekamp
Musikalische Beratung: Barbara Gescher
Regie-Assistenz: Eva Maria Lüers





  Kaum eine künstlerische Theorie des 20. Jahrhunderts hat so massive ästhetische Spuren hinterlassen wie die von Arnold Schönberg 1921 entwickelte von der „Zwölftonmusik“. Schönberg bewegte sich in vielen Spannungsfeldern: musikalisch, politisch, zeitgeschichtlich. Er war Komponist, Erfinder, Liebhaber, begeisterter Sportler und vieles mehr. Jegliches Phänomen, mit dem er sich beschäftigte, hob er über das Profane hinaus und überprüfte es auf seinen metaphysischen Wert.
War die Zwölftonmusik also nur eine von vielen intellektuellen Leistungen Schönbergs und ihr Erfolg für ihn mit Geringschätzung seines Genies verbunden?
Ein Projekt über Schönberg und seine Zeit, über die Zwölftonmusik, die Kunst und ihr Publikum – von den Machern von „Toller/Fallada“!
Mit Musik. Vielleicht.


Pressestimmen:


12 bei WDR Tonart am 16. September 2011
Wort- und gestenreich, mit sichtlichem Vergnügen an Klatsch und Tratsch erzählen und spielen Jennifer Ewert, Rebecca Madita Hundt und Manuel Moser unter der straffen Regie von Tim Mrosek.
www.koeln-nachrichten.de

...eine kluge, kurzweilige Abrechnung mit dem modernen Theater, schaurig und amüsant zugleich.
akT

Eine Aufführung, die nie vorgibt, mehr zu sein, als sie ist: eine intelligente, naive, respektlose, originäre und sehr vergnügliche Auseinandersetzung mit einem gemeinhin wenig zugänglichen Phänomen.
Kölner Stadtanzeiger

"...läuft das Dreier-Ensemble (Jennifer Ewert, Rebecca Madita Hundt, Manuel Moser) unter der Regie von Tim Mrosek zu Höchstform auf: Tanz, Gesang, Tempo, Hinterfotzigkeit („Schönberg ist prädestiniert als Opfer“), die Grenzen des Volkstheaters streifend, verwandlungsreich, dazu eine kräftige Prise Selbstironie – das alles passt wunderbar zusammen."
www.koeln.de





Toller/Fallada
(UA)

im Rahmen von "Aufbruch vor der Barbarei"
Premiere: 17. September 2010 studiobühneköln
Mit: Kevin Herbertz, Manuel Moser
Licht: Katja Winke
Bühne: Jasper Diekamp
Regie-Assistenz: Eva-Maria Lüers
Regie: Tim Mrosek





1939 erhängt sich Ernst Toller. 1947 stirbt Hans Fallada an Herzversagen. Zwei Leben in Deutschland, geprägt vom Kampf mit den Umständen der Zeit. Beispiele für die Fragilität der menschlichen Psyche im Kampf um das Überleben als Künstler und Mensch. Der eine Revolutionär, der andere Opportunist – gescheitert beide.
Zwei Schauspieler suchen nach Parallelen zwischen Toller und Fallada: In ihrem Werk, den zahllosen Romanen, Dramen und besonders in den autobiographischen Schriften. Und sie suchen nach Parallelen zwischen den beiden Schriftstellern und sich selbst. Als Künstler in Deutschland, über ein halbes Jahrhundert später. Im Hinterzimmer der Postmoderne reden sie sich um Kopf und Kragen, als ob es um ihr Leben ginge.
Geht es ja wahrscheinlich auch…


Pressestimmen:

„Kein Stück, eher ein Dialog, der den Zustand unserer Zeit vermisst im Blick auf eine andere Epoche und auf zwei Künstler (…). Zwei gegensätzlichere Charaktere mag man sich kaum vorstellen: Hier der resignierte Revolutionär und dort der resignierte Opportunist. Mrosek (…) interessierte sich einfach für diese beiden verzweifelten deutschen Existenzen, und er steckt uns mit seinem Interesse an. (…) Eine großartige Eröffnung, sehr witzig, sofort am Thema. Herbertz und Moser erzählen lässig von den historischen Persönlichkeiten, und sie füllen mit ihren Dialogen den schrägen Bühnenraum von Jasper Diekamp. (…) In ihrer fragmentarischen Offenheit ehrlich, verspielt und mitunter sehr komisch, verhaken sich die Dialoge der beiden immer wieder in der Gegenwart (…). Fulminant wird das Theater selbst als Medium thematisiert, das zwischen Konvention und lebendigem Erkenntnisinstrument nach Lust und Laune benutzt werden kann (…). Ein Talent wie Tim Mrosek hat die Szene lange nicht mehr hervorgebracht; von ihm wird man noch hören.“
Kölnische Rundschau

„Herausragende Inszenierung (…). Zum Glück lassen Mrosek und seine beiden Schauspieler beim gemeinsam erarbeiteten Stück alle Hemmungen fallen. (...) Vermessen? Maßlos! (...) Wie das Kabarettprogramm zweier Komplettspinner. Könnte man meinen. Aber es geht um etwas. (…) Um mögliche Haltungen zu diesem schönen, schrecklichen, unmöglichen Land (…). Jederzeit, dieses Gefühl vermittelt Mrosek dem Zuschauer, könnte auch dieser Abend aus dem Ruder laufen, die Darsteller die Bühnenschräge herunterpurzeln, den mit Holzpfosten angedeuteten Käfig des Bühnenbildners Jasper Diekamp verlassen. Tatsächlich aber ist die Inszenierung ebenso streng wie sie witzig ist. Man könnte auch sagen, der rhythmische Wechsel zwischen Übermut und Genauigkeit erzeugt hier die Komik und diese Komik erzeugt Verstehen und ein rotziges Sich-Verorten im Raum, ob der nun Deutschland, Köln oder die Bühne ist. Tim Mrosek, so viel ist sicher, hat sich mit dieser Arbeit einen Platz erobert. Nämlich den an der Spitze der Freien Szene Kölns, als deren größtes und originellstes Talent er sich fühlen darf.“
Kölner Stadtanzeiger

„Brisanter Stoff für ein Theaterprojekt (…). Die Spieler (…) bringen das ganze Panorama der Zwanziger, Dreißiger Jahre unangestrengt auf die Bühne: Picasso und Brecht, Hitler und Freud, Stummfilm und Dolchstoßlegende…
Ohne jede Frage gut sind die Darsteller Kevin Herbertz und Manuel Moser: reaktionsschnell, konzentriert und brennend engagiert für die Dichter, die sich in Deutschland nicht zu helfen wussten.“
akT


Der andere Weg

im Rahmen von "Aufbruch vor der Barbarei"

Premiere: 08. Dezember 2009 studiobühneköln
Musik: Barbara Gescher
Licht: Katja Winke
Regie: Wiebke Kuttner, Gerrit Booms, Samuel Horn
Mit: Evi Amon, Kathryn Bäumert, Jörn Behr, Dorothea Förtsch,

Manuel Moser, Lina Schattauer, Erik Sieb
Dramaturgie: Martin Wiesenhöfer
Produktionsleitung: Tim Mrosek






Am Anfang war die Musik, danach kam das Licht und dann die Regie – zumindest bei der neuen Produktion von c.t.201 – freies Theater Köln e.V.

Schon immer haben in der Arbeit von c.t.201 Musik und Licht eine wesentliche Rolle gespielt. Oft fanden die Produktionen sogar den Ausgangspunkt in der Musik, etwa bei der mit dem Theaterpreis 2002 ausgezeichneten Inszenierung »Die Sinfonien des Johannes Brahms« oder zuletzt bei »Parsifal« (Karfreitag 2008 und 2009). Nun kehren wir den Produktionsprozess komplett um und stellen damit auch unser Selbstverständnis in Bezug auf diese Theaterelemente radikal auf die Probe.

Zu dem 20-minütigen Musikstück DIELLESE von Barbara Gescher, einer Auftragsarbeit für diese Produktion, entwickelte Katja Winke ein Lichtkonzept. Die Kombination aus beiden wurde drei Nachwuchs-RegisseurInnen vorgestellt, die dazu nun drei – zwar gleich lange, aber inhaltlich völlig unterschiedliche – Inszenierungen entwickelten. Sie bewegen sich dabei thematisch im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Projektes »Aufbruch vor der Barbarei« von c.t.201, das sich mit der Zeit zwischen 1900 und der Nazi-Diktatur beschäftigt.

»Der andere Weg ist« ein experimenteller Theaterabend, der drei ganz unterschiedliche Blicke auf eine faszinierende Epoche wirft, und gleichzeitig die normalen Arbeitsprozesse im Theater umkehrt.

 

Pressestimmen:

"Wie man der eigenen Kreativität mutig folgt, zeigt c.t.201 - eines von Kölns produktivsten und beständigsten freien Theatern. (...) So eröffnet das Experiment von c.t.201 eine neue, prickelnde Perspektive auf die Möglichkeiten des Theaters." 
Kölnische Rundschau 

"Drei Theaterminiaturen, die kurz und leicht sind, aber nie oberflächlich. (...) Eine sehenswerte Trilogie der größtmöglichen Unterschiede bei gemeinsamen Nenner - Experiment geglückt."
Kölner Stadtanzeiger    

„Das waghalsige Experiment gelingt, vor allem, weil die jungen Regisseure auf vollkommen unterschiedliche weise mit dem musikalischen und inhaltlichen Vorgaben umgehen. (...) Ingesamt überzeugt „Der andere Weg“ als außergewöhnliches ästhetisches Erlebnis zwischen choreographischem Schwerdenker-Fingerfood und Unterhaltungstheater mit Bildungsanspruch. Die sieben Schauspieler agieren sämtlich präzise und leidenschaftlich, mit oft erstaunlicher Leichtigkeit.“
Theater Pur  


„So entstand das eigentlich Aufregende an dieses Abends: Die künstlerische Versuchsanordnung führte vor Augen, dass Autorenschaft sich Wege bahnt, die trotz Einschränkungen durch Produktionsvorgaben etwas Solitäres und Einzigartiges entstehen lassen. (...) Ein Abend, der mutig einen „anderen Weg“ eingeschlagen hat.“
akT 


weiter anfangen. wir fangen an

Ein Theaterabend. Über Identität. Über Ruhm . Über Worte.

Premiere: 15. September 2009 studiobühneköln
Mit: Christine Kättner, Aurélie Thépaut, Tobias Novo
Licht: Katja Winke
Musik: Eki Maas
Kostüm: Sarah Knickel
Dramaturgie: Gabriele Fischer und Karoline Bendig
Regieassistenz: Eva-Maria Lüers
Inszenierung & Regie: Heidrun Grote
Inszenierung & Bühne: Katja Butt








"A rose is a rose is a rose is a rose" - das kennt zwar fast jeder, aber insgesamt gelten Steins Texte als zu kompliziert, zu schwierig, kurz: unverständlich. Sie entfalten sich erst über ihren Klang. Dass das berühmte Rosenzitat eine Hommage an die Liebe, an den Eros ist, nimmt man erst deutlich wahr, wenn man es laut spricht. Unversehens enthüllen sich hinter einer auf den ersten Blick scheinbar sinnlosen Wortfolge Handlung und Botschaft und Emotion und Philosophie und Erotik und Spiel und Humor.

Spätestens da beginnt das Theater, lässt die darstellende Kunst sich begeistert auf Worte, Sätze, Texte ein: Was für ein Reservoir an Möglichkeiten, mit, um und aus Worten ein Spiel zu entwickeln! Wiederholungen, fließendes Auseinanderlaufen, zerhackendes Staccato - der Klang schafft das Bild: Wie in einem Kaleidoskop entstehen immer neue Bilder und erzählen Geschichten über Innen und Außen, über Kunst, über Einsamkeit, über Ruhm, über Zärtlichkeit und immer wieder über Identität.

Pressestimmen:

"Wunderbar, wie Christine Kättner, Aurélie Thépaut und Tobias Novo mit großen Augen Wörter probieren und scheinbar spontan Szenarien erfinden, als seien sie vergnügt experimentierende Kinder (...). Hier wird die Bühne wirklich zum Spielplatz und vermeintlich Anstrengendes ganz leicht."
Kölner Stadt-Anzeiger

"Christine Kättner, Aurélie Thépaut und Tobias Novo machen sich mit Lust und harmonischer Spielfreude an die Arbeit, die Abstraktion des Literarischen sinnlich erfahrbar zu machen."
Kölnische Rundschau



Parsifal

Premiere: 21. März 2008 Studiobühne Köln
Mit: Manuel Moser
Musik: Richard Wagner

Dramaturgie: Gabriele Fischer
Licht: Katja Winke
Technik: Christian Klingebiel
Animation: Manuel Schmitt
Künstlerische Mitarbeit: Tim Mrosek
Inszenierung: Dietmar Kobboldt







Es ist Karfreitag des Jahres 2008. Ein junger Mann hat es sich bequem gemacht in seinem Wohnzimmer. Er wartet auf jemanden. Er hat sich vorbereitet, um ein ganz besonderes Wagnis einzugehen – er will Radio hören. Auf dem Programm des Kölner Radiosenders Kölncampus steht Richard Wagners Parsifal und die nächsten Stunden wird er diese Oper hören, ganz. Er wird die Musik genießen, sie mitsingen, mitdirigieren. Aber dies Musik wird auch Bilder in ihm heraufspülen, Bilder seiner Seele, von denen er selbst nicht wusste, dass sie in ihm schlummern. Die Musik wird auf ihn einwirken – mit aller Wucht, aber auch

Ein Blick in die Abgründe der allzu erträglichen Leichtigkeit des Seins Torquato Tasso von Johann Wolfgang von Goethe - wie blutleer, wie hölzern erscheint dieser Klassiker doch neben seinen Geschwistern Faust, Iphigenie oder Goetz.
3453 Verse lang stehen Menschen auf der Bühne, und nur ein einziges Mal (und das auch erst kurz vor Schluss) passiert etwas, beschreibt Goethe eine wirkliche, eine (zwischen)menschliche Handlung. Bis dahin und auch danach: Worte. Schöne Worte. In Koproduktion mit der Studiobühne Köln durchbricht der zweimalige Theaterpreisträger c.t.201 diese starre Hülle - und entdeckt einen Vulkan, unmittelbar vor dem Ausbruch. Die schöne heile Welt von Belriguardo birgt Tiefen, Sehnsüchte und Wahnwitziges. Und mit jeder neuen Szene reißt der sichere Boden mehr und mehr auf, öffnet sich ein Abgrund, blicken wir in die Seelen und die verworrenen Pfade menschlicher Existenzen hinein:
Der zweifelnde Dichter, der sich an allem reibt, das sich ihm wohlwollend nähert und ihn wohlwollend nährt. Eine Prinzessin, die um jeden Preis die sie umgebende Harmonie aufrecht erhalten will. Ihre vermeintlich beste Freundin, die tatsächlich eine umtriebige Intrigantin zu sein scheint. Und der weit gereiste Machtmensch, dem alles daran gelegen ist, den penetrant irrlichternden Dichter in die Schranken zu weisen. Zwischen diesen Vieren entspinnt sich ein Spiel um nichts Geringeres als die Wahrheit. - Doch jeder von ihnen hat so seine eigene Version der Wirklichkeit und der Dinge, die in ihr sind.
Und dann bricht der Vulkan tatsächlich aus und zeigt uns Goethes "Tasso" als Drama über Versagen und Verdrängung, über Sein oder Nichtsein, als Gratwanderung auf der schmalen Grenze zwischen Genie und Wahnsinn, als abwärts führende Spirale hin zum Licht der Erkenntnis - als Stück über ein Gewaltverbrechen.
Aber wer ist eigentlich der Täter? Und wer das Opfer?
Bildhaft und musikalisch seziert c.t.201 diesen "Tasso", mit unbändiger Lust an der Sprache. Ein Experiment.

PRESSE

"Torquato Tasso" als leichtes Spiel mit Witz und Ironie. ... Es wurde ein "Tasso" der Überraschungen. Kobboldt und Mrosek servieren ihn als Komödie, verpassen ihm einen tödlichen Schluß und präsentieren mit Lea Kaiser die Schauspielentdeckung der Saison. Verblüffend wirkt vor allem die kühne Volte, aus einem Männerstück eine Frauenangelegenheit zu machen. Und: sie funktioniert. ... Es zieht sich ein herzlich ironischer Ton durch die Inszenierung.

Thomas Linden in der Kölnischen Rundschau

Lea Kaiser überzeugt ... und ist neben "Tasso" die eigentliche Hauptakteurin des Stücks. Dietmar Kobboldt und Tim Mrosek inszenieren Goethes "Torquato Tasso" als ein Drama des Versagens und Verdrängens, als eine Gratwanderung zwischen Genie und Wahnsinn ... Stimmungsvolle Lichtregie, Rhythmus, Exaktheit und Choreografie der Sprache ... schafft das Stück den Sprung in die Moderne, ohne sich jedoch zu weit von seinem Ursprung zu entfernen.
Malina Opitz im Kölner Stadtanzeiger

aller Zärtlichkeit die diesem Werk zu eigen ist. Sie wird ihn verändern. Am Ende ist er nicht mehr der, der er am Anfang war.

Er wähnt sich allein – so allein wie viele andere Radiohörer mit ihm. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer im Theater ist er es aber nicht, diese können ebenso in sein Wohnzimmer wie in seine Seele hineinblicken, während sie zeitgleich die laufende Radioübertragung hören. Und für die Hörerinnen und Hörer von Kölncampus ... Diese wissen, dass sie gespiegelt im Theater zu sehen sind. Und vor und nach dem Stück, in den Pausen wird Kölncampus vor Ort das Publikum befragen – akustische Ergebnisse, die natürlich zeitgleich im Theater zu hören sind. Die Grenzen zwischen Hören und Sehen verschwimmen bis zur Unkenntlichkeit, Zeit bekommt eine andere Dimension. »Zum Raum wird hier die Zeit...«

 

Pressestimmen:

„Mitunter speist sich die Lust aus dem zweifelhaften Vergnügen sich beim Hörensehen zu beobachten: (...) Dann aber verschmelzen die Geschichte des Parsifal und die des Bühnenprotagonisten – und es wird einem gewahr, wie präzise Choreographie und Spannung ausgearbeitet sind.“
Kölner Stadt-Anzeiger


„Was passiert, wenn ein Mensch diese Oper hört – nicht sieht, wohlgemerkt. Die Situation wird verstärkt durch die Öffentlichkeit des Hörens – die Radio-Konsumenten zu Hause hören das Gleiche wie Moser auf der Bühne und die Zuschauer im Saal.“
Kölnische Rundschau


"In Köln gab es ein Parsifal-Experiment, das in seiner assoziativen Radikalität dem Bayreuther Schlingensief-Unternehmen durchaus vergleichbar ist."
Bayreuther Festspielnachrichten



Torquato Tasso

Premiere: 10. September 2008 Studiobühne Köln
Mit: Lea Kaiser, Wiebke Kuttner, Manuel Moser, Sunga Weineck
Licht: Katja Winke
Musik: Ensemble
Dramaturgie: Gabriele Fischer
Regieassistenz: Eva-Maria Lüers
Inszenierung & Bühne: Dietmar Kobboldt & Tim Mrosek



Ein Blick in die Abgründe der allzu erträglichen Leichtigkeit des Seins Torquato Tasso von Johann Wolfgang von Goethe - wie blutleer, wie hölzern erscheint dieser Klassiker doch neben seinen Geschwistern Faust, Iphigenie oder Goetz.
3453 Verse lang stehen Menschen auf der Bühne, und nur ein einziges Mal (und

Ein Blick in die Abgründe der allzu erträglichen Leichtigkeit des Seins Torquato Tasso von Johann Wolfgang von Goethe - wie blutleer, wie hölzern erscheint dieser Klassiker doch neben seinen Geschwistern Faust, Iphigenie oder Goetz.
3453 Verse lang stehen Menschen auf der Bühne, und nur ein einziges Mal (und das auch erst kurz vor Schluss) passiert etwas, beschreibt Goethe eine wirkliche, eine (zwischen)menschliche Handlung. Bis dahin und auch danach: Worte. Schöne Worte. In Koproduktion mit der Studiobühne Köln durchbricht der zweimalige Theaterpreisträger c.t.201 diese starre Hülle - und entdeckt einen Vulkan, unmittelbar vor dem Ausbruch. Die schöne heile Welt von Belriguardo birgt Tiefen, Sehnsüchte und Wahnwitziges. Und mit jeder neuen Szene reißt der sichere Boden mehr und mehr auf, öffnet sich ein Abgrund, blicken wir in die Seelen und die verworrenen Pfade menschlicher Existenzen hinein:
Der zweifelnde Dichter, der sich an allem reibt, das sich ihm wohlwollend nähert und ihn wohlwollend nährt. Eine Prinzessin, die um jeden Preis die sie umgebende Harmonie aufrecht erhalten will. Ihre vermeintlich beste Freundin, die tatsächlich eine umtriebige Intrigantin zu sein scheint. Und der weit gereiste Machtmensch, dem alles daran gelegen ist, den penetrant irrlichternden Dichter in die Schranken zu weisen. Zwischen diesen Vieren entspinnt sich ein Spiel um nichts Geringeres als die Wahrheit. - Doch jeder von ihnen hat so seine eigene Version der Wirklichkeit und der Dinge, die in ihr sind.
Und dann bricht der Vulkan tatsächlich aus und zeigt uns Goethes "Tasso" als Drama über Versagen und Verdrängung, über Sein oder Nichtsein, als Gratwanderung auf der schmalen Grenze zwischen Genie und Wahnsinn, als abwärts führende Spirale hin zum Licht der Erkenntnis - als Stück über ein Gewaltverbrechen.
Aber wer ist eigentlich der Täter? Und wer das Opfer?
Bildhaft und musikalisch seziert c.t.201 diesen "Tasso", mit unbändiger Lust an der Sprache. Ein Experiment.

PRESSE

"Torquato Tasso" als leichtes Spiel mit Witz und Ironie. ... Es wurde ein "Tasso" der Überraschungen. Kobboldt und Mrosek servieren ihn als Komödie, verpassen ihm einen tödlichen Schluß und präsentieren mit Lea Kaiser die Schauspielentdeckung der Saison. Verblüffend wirkt vor allem die kühne Volte, aus einem Männerstück eine Frauenangelegenheit zu machen. Und: sie funktioniert. ... Es zieht sich ein herzlich ironischer Ton durch die Inszenierung.

Thomas Linden in der Kölnischen Rundschau

Lea Kaiser überzeugt ... und ist neben "Tasso" die eigentliche Hauptakteurin des Stücks. Dietmar Kobboldt und Tim Mrosek inszenieren Goethes "Torquato Tasso" als ein Drama des Versagens und Verdrängens, als eine Gratwanderung zwischen Genie und Wahnsinn ... Stimmungsvolle Lichtregie, Rhythmus, Exaktheit und Choreografie der Sprache ... schafft das Stück den Sprung in die Moderne, ohne sich jedoch zu weit von seinem Ursprung zu entfernen.
Malina Opitz im Kölner Stadtanzeiger

das auch erst kurz vor Schluss) passiert etwas, beschreibt Goethe eine wirkliche, eine (zwischen)menschliche Handlung. Bis dahin und auch danach: Worte. Schöne Worte. In Koproduktion mit der Studiobühne Köln durchbricht der zweimalige Theaterpreisträger c.t.201 diese starre Hülle - und entdeckt einen Vulkan, unmittelbar vor dem Ausbruch. Die schöne heile Welt von Belriguardo birgt Tiefen, Sehnsüchte und Wahnwitziges. Und mit jeder neuen Szene reißt der sichere Boden mehr und mehr auf, öffnet sich ein Abgrund, blicken wir in die Seelen und die verworrenen Pfade menschlicher Existenzen hinein:
Der zweifelnde Dichter, der sich an allem reibt, das sich ihm wohlwollend nähert und ihn wohlwollend nährt. Eine Prinzessin, die um jeden Preis die sie umgebende Harmonie aufrecht erhalten will. Ihre vermeintlich beste Freundin, die tatsächlich eine umtriebige Intrigantin zu sein scheint. Und der weit gereiste Machtmensch, dem alles daran gelegen ist, den penetrant irrlichternden Dichter in die Schranken zu weisen. Zwischen diesen Vieren entspinnt sich ein Spiel um nichts Geringeres als die Wahrheit. - Doch jeder von ihnen hat so seine eigene Version der Wirklichkeit und der Dinge, die in ihr sind.
Und dann bricht der Vulkan tatsächlich aus und zeigt uns Goethes "Tasso" als Drama über Versagen und Verdrängung, über Sein oder Nichtsein, als Gratwanderung auf der schmalen Grenze zwischen Genie und Wahnsinn, als abwärts führende Spirale hin zum Licht der Erkenntnis - als Stück über ein Gewaltverbrechen.
Aber wer ist eigentlich der Täter? Und wer das Opfer?
Bildhaft und musikalisch seziert c.t.201 diesen "Tasso", mit unbändiger Lust an der Sprache. Ein Experiment.


Pressestimmen:


"Torquato Tasso" als leichtes Spiel mit Witz und Ironie. ... Es wurde ein "Tasso" der Überraschungen. Kobboldt und Mrosek servieren ihn als Komödie, verpassen ihm einen tödlichen Schluß und präsentieren mit Lea Kaiser die Schauspielentdeckung der Saison. Verblüffend wirkt vor allem die kühne Volte, aus einem Männerstück eine Frauenangelegenheit zu machen. Und: sie funktioniert. ... Es zieht sich ein herzlich ironischer Ton durch die Inszenierung.
Kölnische Rundschau


Lea Kaiser überzeugt ... und ist neben "Tasso" die eigentliche Hauptakteurin des Stücks. Dietmar Kobboldt und Tim Mrosek inszenieren Goethes "Torquato Tasso" als ein Drama des Versagens und Verdrängens, als eine Gratwanderung zwischen Genie und Wahnsinn ... Stimmungsvolle Lichtregie, Rhythmus, Exaktheit und Choreografie der Sprache ... schafft das Stück den Sprung in die Moderne, ohne sich jedoch zu weit von seinem Ursprung zu entfernen.
Kölner Stadtanzeiger






Lesespiele


Doktor Faustus

c.t.201 Lesespiel
im Rahmen von "Aufbruch vor der Barbarei"
Premiere: 21. Januar 2012 in der studiobühneköln
mit:
Heidrun Grote, Tomasso Tessitori, Sunga Weineck
Musik und Dramaturgie: Barbara Gescher
Idee und Konzeption: Gabriele Maria Fischer

"Ich […] verfolge einen sehr alten Plan, der aber unterdessen gewachsen ist: eine Künstler-(Musiker-) und moderne Teufelsverschreibungsgeschichte«, so Thomas Mann an seinen Sohn Klaus, »kurzum das Thema der schlimmen Inspiration und Genialisierung, die mit dem Vom Teufel geholt Werden, d.h. mit der Paralyse endet."
Der Altersroman Thomas Manns übertrifft all seine anderen Werke an Vielschichtigkeit, möglichen Lesarten und ineinander verwobenen Bedeutungsebenen: Nicht nur eine Version des mittelalterlichen Faust-Stoffes, sondern auch ein Roman über Musik, über Kunsttheorie, über Dichtung; ein Roman über den Geniegedanken, über Religion und Frömmigkeit; ein Roman über die Münchner Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts und über die Katastrophe des Nationalsozialismus – ein ›Epochen-Roman‹. Dieser Vielschichtigkeit kann eine Lesung mit ›normaler‹ Aufführungslänge naturgemäß nicht gerecht werden. Das c.t.201-Lesespiel präsentiert deshalb einen inhaltlichen Abriss und konzentriert sich dann auf den Aspekt der Musik unter Einbeziehung der Auseinandersetzung zwischen Thomas Mann und Arnold Schönberg. Damit ergänzt die Lesung quasi als ›dramaturgischer Anhang‹ die Produktion "12", die sich mit Leben und Werk Schönbergs auseinander setzt. Außerdem knüpft c.t.201 u.a. mit Texten von Goethe und Lasker-Schüler an frühere Beschäftigungen mit dem Faust-Stoff an. 


Das Kränzchen

c.t.201 Lesespiel
im Rahmen von "Aufbruch vor der Barbarei"
Premiere: 07. Dezember 2010 im Renaissance Hotel Köln
mit:
Gabriele Fischer, Barbara Gescher, Heidrun Grote, Christina Vayhinger





 »Vorgestern war ich bis vier Uhr im Cafè und verschwendete die Nacht; wie mit einem Würfel spielte ich mit ihr. Gewann nichts. Ich muß mich manchmal betrinken oder herumirren oder andere Dinge oder Undinge.« – So Else Lasker-Schüler. Vielleicht hat sie mit ihrem Liebsten, Gottfried Benn, im Café gesessen oder im Kreise ihrer Künstlerfreunde Hof gehalten? Dass die Künstlerinnen in den Goldenen 20ern ihr Boheme-Leben genießen konnten, verdanken sie u.a. ihren Geschlechtsgenossinnen, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts für ihre Rechte eintraten und unter denen insbesondere die Suffragetten der Jahrhundertwende einige Berühmtheit erlangten. Zeitgleich feiern jedoch auch Autorinnen Triumphe, die ganz traditionelle Frauenbilder vertreten: Else Urys NESTHÄKCHEN oder GRISELDIS und ihr Graf Harro in Hedwig Courths-Mahlers gleichnamigem Roman erfreuen sich allerhöchster Auflagen.
 Nach dem großen Aufbruch der Frauen zu Beginn des Jahrhunderts, setzen sich ab den 30er Jahren in Deutschland zunehmend konservative Kräfte durch: Aus der österreichischen Zeitschrift DIE UNZUFRIEDENE, deren Credo lautete »Wenn die Frauen vorwärtskommen wollen, müssen auch sie unzufrieden sein«, wurde ab 1934 DAS KLEINE FRAUENBLATT, ein ›zahmer‹ Abklatsch der kämpferischen Vorläuferin.
 In der neuen Lesespiel-Produktion von c.t.201 geht es um Frauenliteratur vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1945. Es geht um den mutigen und kämpferischen Aufbruch der Frauen, der von der ›Nazi-Barbarei‹ und dem zweiten Weltkrieg wieder grausam niedergeschlagen wird. Die Frauenliteratur dieser ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bietet schillernde Töne zwischen kämpferisch, romantisch, intellektuell und kitschig.
 So vielseitig die Texte, so vielseitig auch die Orte, an denen sie gelesen werden: Wir bedanken uns sehr herzlich bei dem Kölner RENAISSANCE HOTEL, das für die besondere Stimmung der einzelnen Szenen jeweils die passenden Kulissen mit ganz spezieller Atmosphäre zur Verfügung gestellt hat.



Habent sua fata libelli

c.t.201 Lesespiel
Premiere: 18. Februar 2010 in der Friedenskirche Köln
mit:
Gabriele Fischer, Heidrun Grote, Sunga Weineck





Bereits im letzten Buch der Bibel, der »Apokalypse« des Johannes, muss ein kleines Büchlein ein schlimmes Schicksal erleiden: Es wird verschlungen, aufgefressen auf göttlichen Befehl vom Seher Johannes. Umberto Eco lässt den Mönch Jorge von Burgos diese üble Tat wiederholen, der am Ende des »Namen der Rose« die vergiftete Schrift des Aristoteles auffrisst. Die Figur des Jorge von Burgos – eine Anspielung auf den argentinischen Autor Jorge Luis Borges und dessen Kurzgeschichte »Die Bibliothek von Babel«, die zugleich eine ganze Welt darstellt, in welcher der Besucher sich verliert…

Wieviel leichter haben es da Hermine, Ron und Harry in der Bibliothek von Hogwarts, wo die Bücher sanft über die Regalbretter schweben – auch wenn man hier gelegentlich ein schnappendes Monsterbuch mit einem Gürtel zähmen muss…


Das c.t.201 Lesespiel lädt Sie zu einer kleinen Rundreise durch die Welt der Bücher und Bibliotheken ein. Heidrun Grote und Sunga Weineck lesen Texte von der Bibel bis zu »Harry Potter«, von Elias Canetti bis zu Agatha Christie und »Tintenblut«.


»Überall suchte ich Ruhe«, schreibt Thomas von Kempen im 15. Jahrhundert, »und fand sie nirgends, außer in einer Ecke mit einem Buch.« 

Welche Leseratte wollte dem – auch heute noch – widersprechen?



Quohelet - Die Reden des Predigers


c.t.201 Lesespiel
Premiere: 19. Juni 2008, Friedenskirche, Köln Ehrenfeld
mit:
Gabriele Fischer, Heidrun Grote, Sunga Weineck






»Das unbiblischste der biblischen Bücher« (Kurt Marti)

 »Dies sind die Reden des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs zu Jerusalem. | Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz eitel. | Was hat der Mensch für Gewinn von all seiner Mühe, die er hat unter der Sonne?« – Mit dieser ewig neu gestellten Frage beginnt der Qohelet-Text des Alten Testamentes. Dieses Jammertal Erde, in das wir hineingeworfen sind und in dem wir uns abplagen müssen Tag für Tag, Jahr um Jahr, ohne erkennen zu können, wozu das alles eigentlich gut sein soll.

 Mit diesem kurzen Bibeltext, der alle entscheidenden Grundsatzfragen des menschlichen Lebens stellt, möchte c.t.201 seine neue Lesespiel-Reihe beginnen. Von der enttäuschenden Suche nach Weisheit, der vergeblichen ›Büchermacherei‹ geht hier die Rede; davon, dass es dem Weisen wie dem Narren, dem Reichen wie dem Armen, dem Gerechten wie dem Gottlosen ergeht; vom Haschen nach Wind... Am Ende muss der Mensch es gehen lassen, wie es Gott gefällt. Doch Gott hat für den Menschen gesorgt, ihm gilt es zu vertrauen, dann wird alles ein versöhnliches Ende nehmen:

 »So gehe hin und iß dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dein Werk gefällt Gott. | Laß deine Kleider immer weiß sein und laß deinem Haupt Salbe nicht mangeln. | Brauche das Leben mit deinem Weibe, das du liebhast, solange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat, solange dein eitel Leben währt; denn das ist dein Teil im Leben und in deiner Arbeit, die du tust unter der Sonne.«

 Dem gleichermaßen fatalistischen, verzweifelten und doch so humorvollen Text über das Leben und Sterben des Menschen nähern sich in einer Lesung mit Musik.

Pressestimmen:

"In den Rollen der 'Fröhlichen', der 'Naiven' und der 'Klugen' traten die Sprecherinnen auf, die den tiefsinnigen Text durch Einwürfe, Unterbrechungen und Kommentare hörerfreundlich aufbereitet haben. Sehr lebendig und zeitgemäß wirkte diese Form der Präsentation. [...] Die drei Rezitatorinnen sicherten sich auf einfallsreiche Weise die Aufmerksamkeit ihres Publikums, das von dem Vortrag sichtlich angetan war."
Kölnische Rundschau